FUNDSTÜCKE

Verweht

Er war halb Italiener, halb Deutscher: Ermanno Wolf-Ferrari (1876-1948). Und wohl auch ein bisschen heimatlos. Berühmt wurde er durch seine Goldoni-Komödien, die Wiederbelebung der Opera buffa. Später geriet er ausser Mode und suchte in der Instrumentalmusik Trost. Viel charmanter Anachronismus, Suche nach dem romantischen Zauberton, als die Moderne längst weggezogen war. Hübsch klingt das, wenn zwar aus zweiter Hand:

Die beiden CD mit dem Violin- und dem Cellokonzert belegen's. Koryphäen wie Ulf Hoelscher und Gustav Rivinius setzen sich für das Halbvergessene ein, Alun Francis verweist mit dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt aufs betörende Instrumentalkolorit. Am persönlichsten gebärdete sich der Komponist im Violinkonzert - Zeugnis der Leidenschaft des Siebzigjährigen zu einer um ein halbes Jahrhundert jüngeren Künstlerin. Er lässt ihre Geige singen. (mg)

Wolf-Ferrari: Violinkonzert (cpo 999 271) - Cellokonzert (cpo 999 278)